Im Gespräch mit Max zum »Schulstreik gegen die Wehrpflicht«

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Am 5. März gehen wieder bundesweit Schüler:innen gegen die Wehrpflichtpläne der Bundesregierung auf die Straße – und nicht zur Schule. Darunter ist Max. Mit ihm unterhalte ich mich über die Wehrpflicht, die Notwendigkeit der Schulstreiks und deren Implikationen für linke und antimilitaristische Bewegungen.

NB: Max, du hast vor, am 5. März zu streiken. Warum das?

Ganz einfach: Weil ich 2008er-Jahrgang bin und keinen Bock habe, an die Front geschickt zu werden und da zu sterben – besonders nicht für eine Regierung, die unsere Schulen, Jugendzentren etc. verwahrlosen lässt.

NB: Die Umfragen und der Widerstand, zum Beispiel in Form von Streiks, zeigen, dass die Betroffenen die Wehrpflicht mehrheitlich ablehnen. Warum werden trotzdem immer weiter Schritte in ihre Richtung beschlossen?

Ich finde, Merz hat selber sehr gut gesagt, warum er das macht; er möchte, dass Deutschland wieder eine führende Kraft wird. Was das Militär angeht, soll Deutschland in Europa also die stärkste militärische Kraft werden – und ich denke, das hängt auch damit zusammen, dass die Union und SPD einen großen Markt in der Kriegsindustrie sehen und viel Lobbyismus von der Kriegsindustrie kommt, daher feuern die den Krieg weiter an und wollen immer weitermachen.

NB: Was glaubst du, welche Bedeutung diese geforderte Wiedereinführung der Wehrpflicht im aktuellen politischen Klima der Aufrüstung hat?

Also ganz klar soll Deutschland wieder kriegstüchtig werden. Und dafür braucht es nicht nur die Kriegsindustrie und ihre Waffen, sondern auch solche, die sie benutzen können. Schließlich bereitet sich Deutschland, wie der Rest der Welt, sehr stark auf den Krieg vor und provoziert seinen Ausbruch.

NB: Es wird doch immer gesagt, wir bräuchten eine große Armee und eine riesige Kriegswirtschaft usw., um uns verteidigen zu können. Dem widersprichst du?

Ja, dem widerspreche ich. Dieses Verteidigungsargument ist total unglaubwürdig; was alle möglichen Zahlen angeht, ist die NATO Russland jetzt schon um ein Vielfaches überlegen – dass wir also noch mehr Aufrüstung zur »Verteidigung« bräuchten, ist Schwachsinn.

NB: Was gedenkst du denn zu tun, sollte die Wehrpflicht wieder eingeführt werden?

Also, das mache ich sogar schon, bevor die Wehrpflicht eingeführt wird: Verweigern, auf jeden Fall. Also ich werde, sobald ich kann und darf, meinen Verweigerungsantrag einreichen.

Anmerkung der Redaktion: Es ist ratsam, sich zuerst ausreichend zu informieren, z. B. auf https://verweigern.info.

Und natürlich werde ich mich weiter an Streiks und Protesten beteiligen und meine Mitschüler:innen ermutigen, mitzumachen.

NB: Was habt ihr denn über die Schulstreiks hinaus in der nächsten Zeit geplant, um gegen die Wehrpflicht zu kämpfen?

Also über die Streiks hinaus auf jeden Fall Vernetzung, also dass man sich bundesweit vernetzt, miteinander zusammenarbeitet und gemeinsam kämpft.

Und es sind auch außer den Schulstreiks noch andere Aktionen geplant.

NB: Warum ist es überhaupt so wichtig, dass ihr Schüler:innen und junge Leute euch vernetzt und gegen die Wehrpflicht und die Aufrüstung organisiert?

Natürlich geht es auch darum, dass man nicht selber eingezogen wird. Aber vor allem muss man gegen die Wehrpflicht und Militarisierung systematisch arbeiten, und das geht nur gemeinsam.

NB: Zu guter Letzt: Auch du bist ja über die Streiks hinaus organisiert. Was heißen die Streiks für linke Jugendorganisationen in Deutschland, was können wir daraus lernen und wie können wir die Streiks nutzen?

Die Streiks bringen viele eigentlich eher unpolitische Menschen auf die Straße, die aber dieses eine Anliegen teilen. Diese Menschen gilt es abzuholen, sie zu politisieren und sie über das System, das die Wehrpflicht und Kriege produziert, aufzuklären.

Und daher ist es auch so wichtig, dass wir als Jugendorganisation dort Präsenz zeigen.

NB: Hast du noch letzte Bemerkungen?

Zum einen: Wehrpflicht ist scheiße, kommt zum Streik! Und zum anderen, fick Merz oder so.

NB: Vielen Dank!

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