Momentan soll die gesamte Bundesrepublik kriegstüchtig gemacht werden. Es wird dabei mit wie so oft den Ängsten der Bürger:innen vor „antidemokratischen Barbaren“ gearbeitet.
Tatsächlicher Grund dieser Kriegstüchtig-Machung ist, wie so oft, ein in der Krise steckendes kapitalistisches System.
Vorab wichtig zu verstehen ist, dass eine solche Krise nicht als eine Krise für die Arbeitende Mehrheit der Gesellschaft zu verstehen ist, sondern alleine als eine Krise für das System als solches bzw. für die Menschen, welche von diesem System profitieren.
Die kapitalistische Produktionsweise ist auf der Grundlage eines stetigen Wachstums,bzw. einer stetigen Akkumulation des Kapitals auf wenige Interessent:innen gebaut. Deshalb kann der Kapitalismus nur funktionieren, solang dieses unendliche Wachstum, welches unendliche Ressourcen vorrausetzt, gewährleistet wird. Sobald dieses Wachstum stagniert oder gar nicht vorhanden ist gilt es also, dieses Wachstum unter jeglichen Mitteln wieder herzustellen. Beispiel dafür ist die gnadenlose Ausbeutung durch den politischen Westen der Ressourcen anderer Staaten sowohl in der Gegenwart1 als auch der Kolonialzeit, in welcher der moderne Kapitalismus außerdem seinen Ursprung findet.2
Zudem kommt das Kapitalinteresse am Verkauf der Waffen im Krieg selber. Denn die Menschen, die am allermeisten von Krieg und Aufrüstung profitieren sind stehst die Kriegsunternehmen bzw. deren Investor:innen. Es besteht also ein riesiges Bedürfnis der Rüstungskonzerne an dem bloßen Akt des Krieges, unabhängig davon, ob der Krieg gewonnen oder verloren wird.
Das erklärt auch das starke Interesse der Kriegsindustrie am Einfluss auf Politiker:innen und Medien um Aufrüstungsfreundliche Gesetze und Haltungen zu stärken und den Profit zu sichern. So betrug, laut dem deutschen Lobbyregister, Rheinmetalls Lobby-Budget im Zeitraum vom Januar bis Dezember 2024 etwa 1,4 Millionen Euro.3 Auch andere Beispiele zeigen, wie die deutsche Politik mit der Kriegsindustrie Hand-in-Hand geht. Es ist zum Beispiel der ehemalige Ministerpräsident von Niedersachsen und Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) 2024 als Aufsichtsrat von Rheinmetall nominiert worden.4
Sowohl der Erhaltungswille und der Profit an den Waffen erklären, warum es seit Ende des letzten Weltkriegs stehts der „westliche“ Block ist, welcher seine imperialistischen Interessen mit allen Mitteln versucht durchzusetzen. Dabei schreckt das Weltkapital vor keinen Mitteln zurück, seien es Stellvertreterkriege in bspw. Korea, Vietnam5 oder die Unterstützung diverser Terrororganisiationen, wie z.B. der Mudschahedin in Afghanistan.6
Diesen Kriegswahn spüren wir alle, gerade jetzt, wieder hautnah. Sei es der wiedereingeführte Kriegsdienst oder die Remilitarisierung Deutschlands. Beispiel dafür ist die neue Rheinmetall-Fabrik am Humboldthain.
Ursprünglich wurden bei dem Industriestandort von der ehem. Pierburg GmbH, einem Tochterunternehmen Rheinmetalls, Bremsen und Autoteile hergestellt. Jetzt soll die Produktion, ab Juli 2026, auf Granatenhülsen und Artillerie Munition umgestellt werden, um dann ab Mitte 2026 feucht-fröhlich mitten in Berlin Waffen herzustellen. Aus der Pierburg GmbH wurde im Zuge dessen die Rheinmetall Waffen Munitions GmbH.7
Dass es das zu verhindern gilt, sollte jeder Person vor dem Hintergrund des deutschen Imperialismus klar sein. Deshalb hat sich das Berliner Bündnis gegen Waffenproduktion aus etwa 25 Organisationen gegründet.Um aus einer linken Perspektive die Waffenproduktion vor der eigenen Haustür zu verhindern. Das Bündnis hat seither zwei Demonstrationen im Jahr 2025 mit je Tausenden Teilnehmenden organisiert und strebt viele weitere Aktionen und Veranstaltungen gegen Waffenproduktion sowie für soziales an. Es gibt jedoch viel Gegenwind zu antimilitaristische Perspektiven von Seiten der Herrschenden. Ein Pressesprecher des Bündnisses sagt dazu in einem Interview mit der Jungen Welt: „Ich vermute, dass die Politik den Widerstand der Bevölkerung fürchtet und die Angelegenheit deshalb runterkocht.“8
Man merkt also wieder einmal, wie jegliche linke Opposition zur spießbürgerischer Kriegspolitik im Sinne des Kapitals im Keim erstickt werden soll.
Deswegen heißt es umso mehr – Kampf dem Kapital bis der Frieden siegt!
- https://www.rosalux.de/news?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Bnews%5D=53538&tx_news_pi1%5Bnews_uid%5D=0&cHash=605785aa16b2bc049489f8ef6c2a5ab3 ↩︎
- https://www.fr.de/kultur/gesellschaft/beginn-des-kapitalismus-die-verwandlung-der-welt-92150221.html ↩︎
- https://www.lobbyregister.bundestag.de/suche/R002018 ↩︎
- https://lobbypedia.de/wiki/Sigmar_Gabriel ↩︎
- https://www.geschichte-abitur.de/lexikon/uebersicht-kalter-krieg/stellvertreterkriege ↩︎
- https://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Cyclone ↩︎
- https://www.igmetall-berlin.de/aktuelles/meldung/aus-pierburg-gmbh-wird-die-rheinmetall-waffen-munitions-gmbh ↩︎
- https://www.jungewelt.de/loginFailed.php?ref=/artikel/510125.antimilitarismus-in-der-brd-wir-werden-das-gespräch-vor-dem-werkstor-suchen.html ↩︎

